[ Niersteiner Gutes Domtal ]
[ Niersteiner Spiegelberg ]
[ Niersteiner Schloss Schwabsburg ]
[ Niersteiner Orbel ]
[ Niersteiner Kirchplatte ]
[ Niersteiner Bildstock ]
[ Niersteiner Pfaffenkappe ]
[ Niersteiner Ebersberg ]
Die Entstehung der Lagenbezeichnungen gehen wahrscheinlich schon auf die Römer zurück.
Die ersten urkundlichen Erwähnungen finden um die Jahrtausendwende statt. So gehören die
Flurnamen in der
Hammelburger und
Würzburger Markbeschreibung aus dem 9. Jhd. zu den ersten
deutschsprachigen Zeugnissen, die wir besitzen.
Mit der Erstellung eines Urkatasters zu Beginn des 19. Jhds wurde eine klare Gliederung
der Fluren mit Hilfe von Ordnungszahlen und die Durchnummerierung von Parzellen geschaffen.
Lagenbezeichnungen wären damit überflüssig, haben sich aber bis heute aufrechterhalten.
Auf dem Weinetikett sind sie seit ca. 100 Jahren gebräuchlich.
Weit über Deutschland hinaus bekannt ist das
Niersteiner Gute Domtal.
Eine Großlage, deren Name einen eindeutigen Hinweis auf ehemalige Besitztümer des Mainzer
Domstifts gibt.
Niersteiner Spiegelberg, eine weitere Großlage geht auf das Bestimmungswort Spiegel zurück,
was soviel wie Warte oder Anhöhe zum Ausschauhalten bedeutet. Spiegel-Flurnamen treten besonders
häufig an ehemaligen Römerstraßen auf und erinnern an die Warttürme, die entlang den Straßen
errichtet waren.
Die Weinlage
Niersteiner Schloss Schwabsburg befindet sich natürlich in unmittelbarer Nähe des
Bergfriedes unseres ehemaligen im 12. Jhd. erbauten Schlosses. In vielen alten Häusern um die Burg
lebt die Erinnerung weiter, denn sie haben die Steine der Ruine zum Bau ihrer Häuser verwendet.
Den Bergrücken Richtung Nierstein verfolgend kommen wir zum
Niersteiner Orbel.
Eine sichere Deutung fehlt hier. Volksetymologiosch wird der Flurname mit Olwel für unhöflicher,
grober Mensch in Verbindung gebracht. Damit spielt er auf den herben, kratzigen Wein an.
Der sogenannte
Rote Hang mit seinem wärmespeichernden Verwitterungsgestein zieht sich bis nach
Nierstein und bringt
erstklassige Rieslingweine hervor.
Die Kirche war bis zur Säkularisierung im Jahre 1803 der größte Grundbesitzer und die bedeutendste
Wirtschaftsmacht im deutschen Weinbau. Daher kommen Namen bezüglich des kirchlichen Besitzrechtes.
Die
Niersteiner Kirchplatte ist eine von vielen Weinbergslagen, die auf Kirchenbesitz hinweisen.
Sie umfasst ein weites Gebiet bis zu den Gemarkungsgrenzen Mommenheim und Lörzweiler.
Sowohl
Niersteiner Bildstock am südöstlichen Rand von Schwabsburg, als auch
Niersteiner
Pfaffenkappe deuten wieder auf Kirchenbesitz hin.
Ob sich auf dem
Niersteiner Ebersberg früher besonders viele Eber getummelt haben,
ist unklar, aber Lagennamen nach Tieren zu benennen war durchaus üblich und häufig.
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